Verfasst von: philgrundsyst | 2. Juni 2012

Gefühle in der Wissenschaft

Habe heute mit großem Interesse einen Blog von Stephen Downes mit dem Titel “Feeling of Sience” gelesen. Stephen Downes  forscht am National Research Council of Canada, und ist mit George Siemens der Begründer des Konnektivismus, einer neuen Lerntheorie die das Lernen als Aktivität eines Netzwerkes versteht.

Im Blog beschreibt Stephen Downes sein Unbehagen über die einseitige Orientierung auf nur messbare Fakten in der Wissenschaft. Das ist einerseits nötig, um vergleichbare Ergebnisse zu bekommen, andererseits erfasst man damit nicht das Ganze. Wohl aber gibt es viele Situationen, in denen wir Menschen fühlen, dass etwas in Ordnung ist, oder dass es sich lohnen wird hier weiter zu machen. Aber diese „Gefühle“ sind nicht anderen klar beschreibbar. Das macht er am Beispiel eines routinierten Autofahrers deutlich, der beginnende Störungen am Fahrzeug schon wahrnimmt, bevor irgendein Sensor davon berichten könnte. Als anderes Beispiel nennt er das Tanzen. Selbst wenn man alle Tanzschritte säuberlich auswendig gelernt und eintrainiert hat, ist man noch kein richtiger Tänzer. Erst wenn man Tanz-Erfahrung sammeln konnte, bekommt man ein Gefühl dafür, was es heißt mit einer Partnerin gemeinsam gut tanzen zu können. Das lässt sich nicht durch Beschreibung wiedergeben. Ähnlich ist das beim Musizieren. Also, „das Ganze“ ist nicht erfassbar durch Beschreibungen, und es ist auch nicht nur messbar.

Der Konnektivismus geht von Aktivitäten der Netzknoten aus, die einerseits neue Verbindungen aufbauen, und andererseits Verbindungen in unterschiedlicher Weise nutzen, um damit ihr eigenes Bild von der Welt zu entwickeln. Die Netzknoten sind hier Menschen, die sich mit ihrem ganzen Körper einbringen, also nicht nur kognitiv gesteuert Fakten im Netz transportieren, sondern sich auch von ihren Gefühlen leiten lassen. Und diese Mischung macht den Unterschied: Fakten plus Feeling ergibt ein realistischeres Gesamtbild für die einzelnen „Netzknoten“ – und diese vielen subjektiven Gesamtbilder beeinflussen auch wieder das gesamte Netzwerk.

Da stellt Stephen Downes zu Recht die Frage, ob es für den Erkenntnisprozess wirklich ausreichend ist, wenn wir die Fakten akribisch festhalten, hier am Beispiel der Aufzeichnung eines Gespräches. Und ob es dann nicht eine konnektivistische Forschungsmethode geben müsste.

Auch Stephen Downes kommt am Ende zu dem Schluss, wir brauchen beides, die Fach-Experten und das sensible Spüren. „When societies learn to feel and not just to measure, arts and sciences flourish; when they return to standards and specifications, they have lost that capacity, and a decline has begin.“

Downes Gedanken entsprechen auch meinem „Gefühl“, ohne dass ich das beweisend begründen könnte. Aber genau das ist ja die Aussage: Die Wirklichkeit ist mehr als die beobachtbaren Fakten. Wir Menschen haben offensichtlich ein feines Gespür für das Nicht-Beschreibbare, für das was auch noch da ist. In SySt-Aufstellungen nutzen wir genau den Aspekt des körperlichen Fühlens. Und das hängt zusammen mit dem Fühlen des aufgestellten Systems. Hier können wir spüren, was es im System verändert, wenn ein „Netzknoten“ handelt. (Und nur durch Handeln einzelner „Netzknoten“ kann sich etwas ändern.) Auch eine Aufstellung muss vom Klienten immer mit den Fakten zusammen gebracht werden und daraus das ganze Bild zu machen. Vielleicht sollten wir ja Aufstellungen auch nur als ein Extrem-Fühl-Training sehen, dass nur so lange nötig ist, bis wir das Fühlen im Alltag wieder integriert haben.

Möglicherweise ist die Konnektivismus-Theorie ja auch eine mögliche Erklärung für die Wirkungen von SySt?

Karlheinz

Verfasst von: philgrundsyst | 24. März 2012

Mehr auf Beziehungen achten, nicht nur aufs Individuum

Ich habe gerade einen Blogbeitrag von Esko Kilpi zu einem ganz anderen Zusammenhang gelesen, der schön darstellt, dass es ganz anders aussieht, wenn man den Blick auf das Netzwerk richtet, als auf das Individuum. Vielleicht sehen wir bei einer SySt ja aus alter Gewohnheit noch viel zu sehr auf den Klienten, und noch nicht genügend auf das Netzwerk, auf das Beziehungsgeflecht. Irgendwie scheint der Blick auf das Netzwerk ja der Kern von SySt zu sein. Hier der Blogbeitrag.

Ohne den Klienten geht es natürlich nicht. Ich sehe nur, dass wir uns aus alter Prägung stark mit dem Befinden des Individuums (Klienten) beschäftigen, auf ihn ausrichten, “fokussieren”. Das dürfen wir auch nicht aus den Augen verlieren. Ich denke, wir sollten nur den Aspekt der Beziehung mehr in den Vordergrund rücken. Die SySt tun das eigentlich ganz automatisch. Nur unsere Interpretationen und Erklärungen sind meist wieder mehr beim Individuum – und nicht beim Netzwerk. Das klingt nur eine Nuance anders, ist aber eine ganz andere Perspektive

Klienten kommen, weil sie ein individuelles Problem haben, von dem sie meist annehmen, sie selber hätten da in sich eine Blockade oder ein Hemmnis oder sonst ein Unvermögen. Und irgendwie gehen wir „Gastgeber“ ja auch davon aus, ihnen bei der Überwindung zu helfen. (Individueller Fokus).

Was wäre eigentlich der Unterschied, wenn wir mit einer SySt nur versprechen, die Beziehungsqualität in einem System sichtbar zu machen. Zusätzlich entwickeln wir mit einer SySt auch Ideen für mögliche Veränderungen von Beziehungen. Auch das natürlich immer nur bezogen auf die jeweilige Fragestellung des Klienten.

Das hätte einen weniger therapeutischen Anspruch. Das ist eher eine neutrale Untersuchung, aus der der Klient selbständig mehrere Schlüsse für sein Handeln in diesem Beziehungsgeflecht ziehen kann. Es macht auch gleich deutlich, dass ja viele an dem Beziehungsgeflecht beteiligt sind und Einfluss ausüben. Und dass der Klient hier probieren muss, was in die richtige Richtung wirkt. Was „richtig“ ist, das ist ja auch nach einer SySt überhaupt nicht klar. Reaktionen in komplexen Systemen sind eben nicht vorhersagbar, wir können nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit annehmen, welche Auswirkungen ein bestimmtes Handeln haben könnte.

Karlheinz

Verfasst von: philgrundsyst | 4. März 2012

Protyposis

In dem Blogbeitrag vom 6. 12. 2011 “Quanten sind anders” – zum Buch von Thomas Görnitz hat Karlheinz erwähnt, dass der Begriff der »Protyposis« möglicherweise einen “interessanten Zugang zur Interpretation von Systemischen Strukturaufstellungen” liefert. In Görnitz’ letztem Buch (2008) »Die Evolution des Geistigen« geht er ausführlich auf den Begriff der Protyposis. Die folgenden Ausführungen beziehen sich im wesentlichen auf die dortigen Ausführungen ebenso wie auf einen anderen Weizsäcker-Schüler, Holger Lyre. Sie sind Teil einer umfangreicheren Abhandlung über Verbindungen von Zeit und Sinn mit dem Jungschen Begriff der Synchronizität. Dieses Papier wird zu einem späteren Zeitpunkt hier veröffentlicht. Vorab soll deshalb ein Abschnitt daraus, nämlich der über den Begriff der Protyposis, hier zur Diskussion gestellt werden.

Aufsetzend auf der Ur-Theorie von Weizsäcker hat sich eine Gruppe um seinen Schüler Thomas Görnitz bemüht, mit Hilfe des Begriffs der »abstrakten Quanteninformation« eine Grundstruktur für die Wirklichkeit zu definieren. Meines Wissens unabhängig und ohne Bezug aufeinander zu nehmen, hat sich in Oxford eine weiterer Kreis um den Physiker Vlatko Vedral etabliert, der einen ähnlichen Ansatz wie Görnitz et al. verfolgt.

Aus rein formalen Überlegungen lässt sich eine begriffliche Äquivalenz von Information und negativer Entropie, der sog. Negentropie herstellen. Aufgrund der Betragsidentität zwischen Information und Entropie wird letztere, einem Vorschlag Weizsäckers folgend, auch als potenzielle, die Negentropie als aktuelle Information bezeichnet, wobei der Übergang von potenzieller zu aktueller Information unter Zeitaspekten irreversibel ist. Potenzielle Information beinhaltet Möglichkeiten für zukünftiges Handeln auf der Basis der aktuellen Information, die wir in der Vergangenheit erhalten haben. Wir nennen das auch Wissen. Daraus folgt eine Korrelation von Information mit Wissen, bzw. von Entropie mit Nichtwissen. Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik, der das Entropiewachstum postuliert, besagt dann nichts anderes als das Wachstum potenzieller Information. Da die durch den 2. Hauptsatz beschriebenen Vorgänge irreversibel sind, führt das Wachstum potenzieller Information zum Anwachsen von aktueller Information, da ja die potenzielle Information der Zukunft sich stets in aktuelle der Vergangenheit verwandelt. Je mehr aktuelle Information nun vorhanden ist, desto mehr Möglichkeiten künftigen Handelns erschließen sich. Die Folge ist eine Zunahme von Wissen bzw. Erkenntnis. Deshalb auch stehen Evolution und Zunahme von Wissen in einer wechselseitigen Verbindung. Innerhalb dieses Kontextes lässt sich dann der Sinn bzw. die Bedeutung von Information danach beurteilen, ob diese Information neue Information erzeugt; Sinn ist also an die Bildung neuer Information gekoppelt.

Dieser Informationsbegriff wird in Abgrenzung zum nachrichtentechnischen Informationsbegriff, wie er von Claude Shannon 1948 entwickelt wurde, als auch dem Begriff der Quanteninformation, wie er ganz konkret und anwendungsorientiert beispielsweise in der Computertechnologie oder Kryptographie verwendet wird, als »abstrakte Quanteninformation« bezeichnet. Die quantentheoretisch potenzielle Information, wie wir sie oben abgeleitet haben, ihre Einheit ist nicht das klassische Bit (“negativer Duallogarithmus der Ereigniswahrscheinlichkeit”) sondern das Qubit. In seinen Überlegungen geht Görnitz auch über den Begriff der abstrakten Quanteninformation hinaus, um seine Begriffsbildung deutlich von dem uns intuitiv so vertrauten Begriff der Information zu abstrahieren. Denn als Information verstehen wir stets den Austausch von Zeichen zwischen Sender (»Alice«) und Empfänger (»Bob«). Damit jedoch die Quanteninformation als Grundbegriff überhaupt zu verwenden ist, muss sie frei von jeglicher Bedeutung sein. Der Begriff muss sinnfrei sein, denn Sinn in diesem Zusammenhang wird stets subjektiv – bezogen auf Alice und Bob – sein und taugt somit nicht als wissenschaftlicher Begriff.

Görnitz führt deshalb den auf Plotin zurückgehenden Begriff der »Protyposis« ein und versteht darunter Quanteninformation, die »bedeutungslos« ist und weder Sender noch Empfänger hat. Dieser Quanteninformation kann jedoch Bedeutung “eingeprägt” (typeo) werden, sie wird damit zu einer “Information über Information”. Diese Selbstbezüglichkeit ist Voraussetzung dafür, dass ein Teil (wir) das Ganze (unsere Welt einschließlich uns selbst) erfassen kann; sie ist Voraussetzung für Bewusstsein. Materie und Energie sind darüber hinaus spezielle, ausgezeichnete Zustände dieser Information und daher äquivalent, was aufgrund der berühmtesten Gleichung der Welt E = mc2 weiter nichts Neues ist. Neu dagegen ist Görnitz’ Ansatz, neben der Materie bzw. Energie auch Leben und Bewusstsein als bedeutungsvolle Quanteninformation, “die sich selbst erlebt und selbst erkennen kann” zu definieren. Der Begriff der Protyposis erlaubt es, eine immer formenreichere Gestaltung von Möglichkeiten zu formulieren.

Materie und Energie sind Manifestationen der Protyposis – sog. »Kondensate« von Information. Folglich können wir sagen, dass Objekte dieser Welt sich durch Informationen konstituieren, womit wir die Äquivalenz von Materie, Energie und Quanteninformation hergeleitet haben. Die Anzahl der notwendigen Qubits für die »Konstituierung« etwa eines Proton lässt sich auf Grund der 1. Eddington’schen Zahl auf ca. 1040 Qubits abschätzen. Da Elementarteilchen keine Individualität besitzen, unterscheiden sie sich nur durch ihre Eigenschaften (Ort, Impuls, Spin, Ladung, Energie etc). Diese hohe Anzahl von Qubits macht daher insofern Sinn, als die überwiegende Menge an Information in die Lokalisierung der Teilchen im Raum investiert werden muss. Denn sind die Eigenschaften durch die entsprechenden Unbestimmtheitsrelationen festgelegten Genauigkeiten bekannt, so wächst mit der Zeit die Menge potenzieller Zustände – also der Quanteninformation. Für masselose Teilchen wie etwa Photonen liegt der Informationsgehalt um ca. 10 Größenordnungen niedriger. Quanteninformation vereinheitlicht also Quantenfeld und Masse bzw. Gravitation und damit auch die Raumzeit.

Die Protyposis durchbricht aber auch “die dualistische Grenzziehung zwischen Geist und Materie und wird zur einheitlichen Grundgröße jenseits der cartesischen Trennung von Materie und Geist”. Sie beschreibt geistige Strukturen, also von einfachen Systemen hin zu hochkomplexen, die sich selbst und mithin über Sinn reflektieren können. Nicht ganz unbescheiden sieht Görnitz in der Protyposis “an understandable new view of the world, mankind and consciousness.” Protyposis wird dadurch zum “Baustoff der Welt wie auch unseres Wissens von der Welt”.

Dieser Text ist eine Zusammenfassung des entsprechenden Kapitels in dem Papier “Zeit, Sinn und Synchronizität”, das hier veröffentlicht wurde.

Bernhard

Verfasst von: philgrundsyst | 4. März 2012

Zeit, Sinn und Synchronizität

Der Begriff des “Sinns” als eine historische und teleologische Kategorie wird hier mit dem psychologischen Begriff des psychoiden Feldes und dem physikalischen Begriff der Protyposis erklärt. Beides sind ganz neue Konzepte, die hier auf ein und dieselbe Stufe gehoben werden. Diese zunächst nicht vergleichbaren Metaphern dienen in dieser Arbeit als »fruchtbringende Quelle der Erkenntnis« nicht nur für das Verständnis der Synchronizität, sondern besonders auch für die treibende Kraft, die hinter synchronistischen Ereignissen steht.

Bernhard

Verfasst von: philgrundsyst | 6. Dezember 2011

„Quanten sind anders“ Das Buch von Thomas Görnitz

Die Quantentheorie liefert möglicherweise einige interessante Zugänge zum Verständnis und zu einer anderen Interpretation von Systemischen Strukturaufstellungen (SySt) – so unsere Vermutung. Insbesondere die „Protyposis“ von Thomas Görnitz scheint einige Hinweise darauf bereitzuhalten.

Um Thomas Görnitz und die Protyposis ein wenig besser zu verstehen, habe ich gerade das Buch von ihm „Quanten sind anders“ (1. Auflage 2006, Spektrum akademischer Verlag) gelesen. Recht gut lesbar und mit etlichen spannenden Gedanken erscheint mir das o.g. Buch von Thomas Görnitz sehr empfehlenswert.

Beim Lesen dieses Buches habe ich bemerkt, dass er mich – ganz ähnlich wie damals Friedrich Cramer – sehr anspricht mit ungewöhnlichen aber nachvollziehbaren Überlegungen zum Verstehen dieser Welt aus Sicht der über die klassische physikalische Sichtweise hinausgehenden übergeordneten Quantentheorie.

Was ich aus dem Buch hauptsächlich mitnehme, ist seine Erklärung der Quantentheorie als eine Ganzheit, die aber die klassische Physik als Erklärung braucht. Auf S. 191 beschreibt er die Quantentheorie als Revolution: „Vielleicht ist die englische Revolution hier ein zutreffenderes historisches Analogon. ….. aber nach ihr war die Monarchie noch immer vorhanden – allerdings in einer neuen Rolle, und in dieser konnte sie immerhin im Wesentlichen bis heute beibehalten werden.“ Gemeint ist die veränderte Rolle der klassischen Physik. Eins „sowohl – als auch“, wie wir das ja aus Aufstellungen gut kennen.

Das erklärt er auch auf folgende Weise: (S. 190): „Die Quantentheorie ist als holistische Theorie vorgestellt worden. Über ein Ganzes kann man nur dann zutreffende Aussagen machen, wenn man es gleichsam von außen her als solch ein Ganzes betrachtet. Dazu ist es aber nötig, dass es vom Rest der Welt in einer erkennbaren Weise getrennt ist. Eine solche Trennung ist aber nur in die klassische Physik auf natürliche Weise eingebaut.“

Weitere Aussagen die für uns interessant scheinen:

  • Die klassische Physik beschreibt die Welt als Ansammlung von Objekten, so wie es unsere Sprache übrigens auch tut.
  • Die Quantenphysik beschreibt die Welt als Ansammlung von Beziehungen – die wir sprachlich immer nur schwer ausdrücken können

Dazu z.B. auf S. 192 folgendes Bild: „ …ist der Übergang von einer klassischen Beschreibung zu einer quantisierten gedeutet worden als ein In-Beziehung-Setzen zu den unendlich vielen Einflüssen der Umwelt.“
(In einer SySt stellen wir zwar Objekte für etwas auf, aber wir interessieren uns ausschließlich für die Beziehungen zwischen diesen Objekten.)

Der zentrale Anlass für das Entdecken der Quantenphysik war ja die Erkenntnis, dass erst durch eine Messung tatsächlich ein Faktum geschaffen wird, das ohne diese Messung nicht entstanden wäre, mit einer anderen Messung zu einem anderen Faktum geführt hätte, und überhaupt viele verschiedene „Faktenmöglichkeiten“ hätte annehmen können.

Thomas Görnitz erklärt das ausführlich:

  • Die Messung erzeugt ein Faktum, und legt damit eine der bis dahin vielen Möglichkeiten fest.
  • Die bis dahin vielen Möglichkeiten muss man sich als Ganzheit vorstellen, so wie wir uns ein Lebewesen nur als Ganzheit vorstellen können. In dem Moment, in dem wir einen Teil dieses Lebewesens für eine Messung heraus schneiden, ist die Ganzheit zerstört. Jetzt ist der Froschschenkel nur noch ein Schenkel.
  • Lebewesen selbst sind ein Beispiel für eine holistische Struktur „..eine Abtrennung vom Rest der Welt ist Voraussetzung für ihre Existenz. Damit scheint auch primär eine nichtholistische Umwelt für Lebewesen „natürlich“ zu sein. Anderseits ist nun gerade ein Lebewesen das Modell für eine holistische Struktur, für etwas, bei dem jeder sofort wird zugeben können, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Bohr charakterisiert das Wesen eines Quantenvorganges mit dem Begriff individueller Prozess – wir selbst begreifen uns als Individuen.“ (S166)

Und das kann man auf unser Bewusstsein gut übertragen

  • „Was ein jedes wache und gesunde Bewusstsein auszeichnet, ist die unmittelbare Empfindung seiner Einheit. Hier liegt eine dritte Erscheinung des Holismus in den Naturwissenschaften vor.“ (S. 242)
  • Das erläutert er an einen anschaulichen Beispiel: Wenn man sein eigene Spucke im Mund sammelt und hinunterschluckt, ist ganz klar, dass die eigene Spucke ganz selbstverständlich ein Teil von mir ist. Das ändert sich, wenn man die gesammelte Spucke in ein Glas füllt. Diese jetzt zu trinken erfordert viel Überwindung, weil es nun scheinbar nicht mehr unsere ist.
  • Besonders interessant ist die Analogie zum Bewußtsein:
  • Das Bewusste ist das zum Fakt gewordene aus dem viel größeren Unbewussten. Denken ist also so etwas wie das Messen in der Quantenphysik. Erst was mir bewusst wird ist Fakt.
  • Für Görnitz ist “bewusst” alles, was in Worten ausgedrückt werden kann.
  • Besonderheit des Bewusstseins: Es kann auch über sich selbst reflektieren

Information ist eine sehr zentrale Größe bei Görnitz:

  • Bevor es zu einem gemessenen Teilchen gekommen ist, bestand das Teilchen noch gar nicht. Es gab nur einen Möglichkeitsraum, bestehend aus Information, audrückbar in Quantenbits.
  • Information ist grundsätzlich alles „wißbare“. Also es muss grundsätzlich möglich sein, das zu erfahren.
  • „Da sich der Informationsbegriff auf mögliche Wißbarkeit bezieht, ist es naheliegend, dass es auch Information über Information geben kann.“ S. 253
  • „Entropie ist Information, welche nicht zur Verfügung steht.“ S. 249.
  • Und noch einmal auf das klassische wissenschaftlichen Vorgehen Hinzuweisen: „Das Paradoxon ist offenbar: Um Physik betreiben zu können, brauche ich mein bewusstes Leben, meine Wahrnehmung, meine Qualia. Aber in meiner intersubjektiven Kommunikation lasse ich sie aus meiner Beschreibung heraus   …der Geist wird aus der Natur entfernt.“ S. 266
  • „Daraus folgt, dass Kommunikation lediglich über klassische oder klassisch gewordene Sachverhalte möglich ist, denn Kommunikation besteht ja gerade darin, dass ich Informationen anderen zugänglich mache, und sie zugleich behalte, das heißt, sie vervielfältige. In enger Analogie zum Messprozess wird sich daher in der Regel auch ein Bewusstseinszustand ändern, wenn er in eine unmittelbare Form gebracht wird. S. 268
  • „Das Sprechen erzeugt klassische Teile aus dem Ganzen des Bewusstseins, erzeugt also eine Trennung, und legt durch die sprachliche Formulierung Informationsanteile fest. Solches Sprechen kann das Befinden des Betreffenden wesentlich verändern. Hier sehe ich eine Analogie zum Messprozess, der ebenfalls durch den zwischengeschalteten Trennungsprozess in der Regel den Quantenzustand des gemessenen Objektes verändert.“ S. 273
  • Die Umwandlungen von Möglichkeiten in Fakten sind ein wesentlicher Anteil des Erkenntnisprozesses. Dies bedeutet, dass mir bewusst werdende Fakten mein ganzes Bewusstsein verändern werden, ja müssen, und dass dies Veränderung wiederum Auswirkungen bis hin auf die Chemie meines Denkens haben wird.“ S. 288
  • Auf S. 293 weist er noch deutlich darauf hin, dass „Quantenkorrelationen grundverschieden von einem etwaigen Vorherberechnen eines künftigen Systemverhaltens sind“. (Eine gute Erklärung für die Differenz von Aufstellungsergebnissen und der Wirklichkeit.)

Natürlich gibt es auf den 317 Seiten noch weit mehr zu entdecken. Vielleicht machen diese Auszüge ja dem einen oder anderen ein wenig Lust, das ganze Buch zu lesen. In jedem Fall gibt es aus meiner Sicht einige hilfreiche Hinweise auf dem Weg zum Verstehen von SySt.

Wenn also das uns Bewusste durch eine Art „Messvorgang“ aus dem viel größeren Unbewussten entstanden ist, dann könnte man eine Aufstellung ja auch als einen solchen „Messvorgang“ verstehen, der – je nach Messaufbau – verschiedene Fakten aus dem großen Möglichkeitsraum schafft. Entstandene Fakten bedeuten aber auch drastische Reduktionen aus einem Meer von bis dahin möglichen anderen Ergebnissen. Nun mag man einwenden, Aufstellungen sollen ja dem Klienten mindestens eine weitere Handlungsmöglichkeit aufzeigen. Trotzdem macht es ehrfürchtig, wenn man bedenkt, dass ein nur leicht geänderter Aufstellungsverlauf vielleicht ein viel passenderes „Faktum“ (Schlussbild) ergeben könnte.

Und wenn Bewusstsein all das ist, was wir in Worten ausdrücken können, und Worte wieder Bewusstsein prägen, (also durch Festlegung Fakten schaffen) dann wird auch klar, dass das Sprechen bei Aufstellungen (Befragen von Repräsentanten, Aussagen von Repräsentanten) Fakten schafft – also den Möglichkeitsraum reduziert. Es scheint also nicht egal, wann wieviel in einer Aufstellung gesprochen wird. Möglicherweise schränkt das auch ja zu früh die sonst noch vorhandenen unbewussten Möglichkeiten ein.

Und noch ein Gedanke kommt mir dazu: So wie klassische Physik und Quantentheorie sich gegenseitig brauchen, so sprechen wir ja vom Wechsel verschiedener Strukturebenen bei vielen SySt. Strukturebenen im Klientensystem die sich gegenseitig beeinflussen, sich aber auch bedingen. Möglicherweise ist die Quantentheorie und klassische Physik dafür auch noch ein übertragbares Erklärungsmodell.

Das nächste Buch ist jetzt „Die Evolution des Geistigen: Quantenphysik, Bewusstsein, Religion“ von Thomas Görnitz und Brigitte Görnitz. Dort beschreiben sie die Protyposis, die wohl noch näher an unsere Frage „Wie funktionieren SySt?“ heranzukommen scheint. Dieses Buch gibt es nur zum Lesen auch auf Google Books.

Es gibt noch ein paar weitere interessante Dokumente von Thomas Görnitz im Netz:

Vortrag „Quantentheorie und Bewusstein“ bei Well…come21

Vortragsfolien „Das Bild des Menschen im Lichte der Quantentheorie“ anläßlich des 92. Geburtstages von C.F.v.Weizsäcker 2004.

Karlheinz

Verfasst von: philgrundsyst | 17. Juni 2011

Synchronizitäts-Symposium am C.G. Jung Institut

Am 6. 7. 2011 fand am C.G. Jung Institut in Küsnacht aus Anlass des 50. Todestages von Jung ein Symposium zum Thema “Synchronizität aus der Sicht C. G. Jungs und Wolfgang Paulis. Ein Dialog zwischen Naturwissenschaft und Tiefenpsychologie” statt. Dazu gab es drei Vorträge.

Harald Atmanspacher (www.igpp.de/english/tda/cv/cv_ha.htm), Chef des Bereichs »Theorie und Datenanalyse« am Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene sprach über den Pauli-Jung-Dialog. Die Therapeutin und Theologin Ingrid Riedel sprach über die Bedeutung des »Sinns« bei synchronistischen Phänomenen und das Ehepaar Görnitz – sie Psychologin, er emeritierter Professor für Didaktik der Physik an der Universität Frankfurt (web.uni-frankfurt.de/fb13/didaktik/Goernitz/) und ehemaliger Mitarbeiter von C. F. v. Weizsäcker – sprach über »quantenphysikalische und tiefenpsychologische Perspektiven bei der Synchronizität«

Eine ausführliche Beschreibung ist hier zu finden.

Verfasst von: philgrundsyst | 12. Juni 2011

Interview mit Otto Scharmer am 22.3.2011 in Wien

Habe gerade im Blog von Regina Schlager den Link zu einem aufgezeichneten ORF-Interview mit Otto Scharmer bekommen, und kann das Interview nur empfehlen (solange es noch online ist). Ich denke, das Interview ist eine gute Möglichkeit Otto Scharmer zu verstehen.

Otto Scharmer gibt in dem Interview ganz viele Aussagen, die auch in Aufstellungen passen. Hier nur einige Stichworte aus dem Interview:

  • Scharmer betont mehrmals die Bedeutung von Orten
  • Sein Kindheitserlebnis, das Abbrennen des Elternhauses, brachte ihn sehr klar in einen “Möglichkeitsraum”
  • Spricht von einen “Selbst”, das mit dem Möglichkeitsraum verbunden ist
  • Der Blinde Fleck ist der Ort, aus dem unsere Aufmerksamkeit entspringt
  • Üblicherweise schütten wir die Zukunft immer mit der Vergangenheit zu
  • Wir müssen Landestationen für die Zukunft herstellen
  • Wir brauchen neue Räume um uns zu öffnen, um wahrzunehmen was sein könnte
  • Bewußt an die Grenzen gehen: Innovationen entstehen dort am ehesten
  • Begriff “Presencing” stammt von Heidegger: auch Potentiale erspüren
  • Zukunft als Entstehungsraum begreifen
  • Die Pläne der Vergangenheit verflüssigen, beweglich machen
  • 4 Schritte: Verdichten, Hervorheben, Erproben, Verkörpern
  • Noch bevor der Plan fertig ist, in den “Erprobungsraum” gehen, und die Idee mit Anderen diskutieren, immer in Verbindung mit der eigenen Intuition
  • Innovationsökologien schaffen: Das Neue kommt immer an Orten in die Welt

Karlheinz

Es macht Freude das Buch “Chaos und Ordnung – Die komplexe Struktur des Lebendigen” zu lesen. Friedrich Cramer führt den Leser als Wissenschaftler aber allgemeinverständlich in neue Denkwelten. Mich lässt die Idee von sich selbst organisierender Materie nicht mehr los. Ich entdecke immer mehr Beispiele, die sich auch nur so erklären lassen. Bei den vielen Beispielen, die Cramer aus seiner Forschungspraxis beschreibt, wird man ganz ehrfürchtig, z.B. bei den Reparatur-Enzymen, die in der Doppelhelix Fehler aufspüren und beseitigen, oder bei der Feinsteuer-Gratwanderung Blut flüssig zu halten oder gerinnen zu lassen. Die Beispiele sind es auch, die Cramers Überlegungen anschaulich machen, und „erden“. Eine Kurz-Zusammenfassung des Buches mit dem Fokus auf Selbstorganisation habe ich hier abgelegt.

Mich bewegen jetzt folgende Fragen:

  • Wo überall wirken Evolutionsfelder?
  • Schaffen wir in Aufstellungen ein Evolutionsfeld?
  • Woran erkennt man die Eigenschaften eines Evolutionsfeldes “Komplexes System”,  “Irreversible Zeit” und “weit ab vom energetischen Gleichgewicht”, wenn es nicht um Materie geht?
  • Oder: Ist es vielleicht sinnvoll Evolution zu vermeiden?

Karlheinz

Günter Schiepeks Aufsatz “Psychotherapie als evidenzbasiertes Prozessmanagment. Ein Beitrag zur Professionalisierung der Psychotherapie jenseits des Standardmodells” http://www.pmu.ac.at/files/allgemeine/Jenseits_des_Standardmodells_NHK_2008.pdf  verfolgt das Ziel, die Ergebnisse der großangelegten Studie von Hermann Haken und dem Verfasser “Synergetik in der Psychologie. Selbstorganisation verstehen und gestalten” (Göttingen etc, Hogrefe 2006) zu einem radikalen Gegen- und Alternativentwurf von Psychotherapie zum Standardmodell in knapper Form zu konkretisieren. Dieses Alternativmodell beruht auf den Erkenntnissen der “Synergetik” d.h. auf der Theorie nichtlinearer dynamischer Systeme wie sie dem Paradigma der “Selbstorganisation” zugrunde liegen.

Nach diesen neuen Erkenntnissen ist der Kern des Standardmodells, das Verständnis von “Intervention” als einer von außen gesetzten Input-Maßnahme, die zu kontrollierbaren Outputs führt, nicht mehr länger haltbar. Es findet ein Paradigmenwechsel statt, indem es im Therapiesystem lediglich um “Störungen” oder “Perturbationen” gehen kann. Also um Ermöglichungen von Selbstorganisationsprozessen im Patienten, wobei eben nicht die Selbstorganisationsergebnisse selber, inhaltlich, angestoßen werden können (“von außen”), sondern lediglich Gelegenheiten, Bedingungen, Situationen “gestaltet”, bewirkt im Sinne von indirekt evoziert zu werden vermögen, in denen die Selbstorganisationsprozesse als solche in Gang kommen können – ganz gleich, was diese dann jeweils an Ergebnissen produzieren, in welche Richtung sie gehen. Es gibt also sehr wohl “Einwirkungen” – und diese können sogar recht ‘direkt’ sein – , aber nur auf die Herstellung bzw. Vermehrung von Fluktuationen und Bifurkationen – als Möglichkeitssituationen für neue Erfahrungen, neue Entwicklungen im Patienten.

Die Grundidee lässt sich in der ehrwürdigen älteren Terminologie der ästhetischen Nachahmungstheorie formulieren, bei der es ab der Zeit um 1800 nicht mehr um die imitatio der “natura naturata”, also konkreter Effekte, produzierter Objekte der Natur, vielmehr um die Nachahmung der “natura naturans” d.h. des Produktionsprozesses der Natur selber geht. Die Grundfrage für Schiepeks Alternativmodell lautet dann: wie ist ein Management von “natura naturans”, von Selbstorganisation im Therapiegeschehen möglich?

Der Clou dabei ist, dass die in der Therapieforschung, die Schiepek hier differenziert ausbreitet, schon lange bekannten sogenannten “Anomalien” des Standardmodells von Intervention, die dort als vernachlässigbare Nebeneffekte marginalisiert worden waren, nunmehr umgewendet und als Möglichkeitsbedingungen für die Schaffung von Selbstorganisation d.h. als “generische Prinzipien” konstruktiv im neuen Bezugssystem/Paradigma von “Selbstorganisations”-Intervention Verwendung finden. Dadurch werden sie von Anomalien zu Hauptkatalysatoren im neuen Paradigma.

Schiepek sieht in der Abhängigkeit der Wirkung einer Intervention im Selbstorganisationsfeld von dessen nichtlinearer Dynamik eine Analogie zum Verhältnis von potentiellen Quantenzuständen (Wellengleichungen) und Messprozessen in der Quantentheorie. Wie erst durch den letzteren etwas vom Gesamtpotential der ersteren “real” wird, so wird die Intervention als Möglichkeit erst bei Übernahme durch das intervenierte System “real”, wie immer “real” sie vom Therapeuten von vornherein gesetzt bzw. gemeint gewesen sein mag.

Die Relevanz dieser Überlegungen für die SySt liegen auf der Hand. Sie erschließen sich aber nicht auf den ersten Blick, da sich Schiepek auf dem Terrain anderer Therapiemodelle bewegt, indem er sich auf die Therapieforschung und das Standardmodell konzentriert. Seine Sprache klingt so für SySt-Geübte oft etwas schwerfällig, ist aber zumeist ohne Probleme in “SySt” übersetzbar. Zentral ist hier jedoch die Grundentscheidung für “System” als neuen Fixpunkt, neues Axiom nach Zusammenbruch der alten Externinterventions-Idee. Hier übertrifft die radikalisierte Bestimmung des Verhältnisses von System und Element/Teil als permanente Interaktionen und zwar wiederum nichtlinear dynamischer Art wohl noch die Standards der eigentlichen “Systemtheorie” wie auch des “Autopoiesis”-Konzepts. Es zeigt sich, dass das zugrundeliegende “Synergie”-Paradigma noch nicht kompatibilisiert ist. (Demselben Modell folgen übrigens Schiepeks Beschreibungen der internen Gehirndynamik, mit weiteren unabsehbaren Konsequenzen für ein adäquates Verständnis der Möglichkeiten von Therapie.)

Aufschlussreich ist, dass Schiepek von “Face-to-Face-Verbaltherapien” ausgeht. Und dann bei Erwägung von Zukunftsmöglichkeiten von Erweiterung nicht auf SySt etc kommt – was nahe läge -, sondern auf direkte Veränderungen neuronaler Netze durch invasive Tiefenhirnstimulationen bzw. nichtinvasive (sensorischer) Stimulationsformen. Allerdings betont er selbst hier noch, dass die vorgängige Beachtung von Selbstorganisations-Prozess-Interventionen versus angeblich direkt-instrumentale Von-aussen-Intervention/-Manipulation dabei unerlässlich ist.

Hin und wieder kommen Bedenken auf, ob sein technologisches “Real-Time-Monitoring” wirklich bloßes ‘Navigieren in Turbulenzen’ ist, nur eben “evidenzbasiert” jetzt, oder ob nicht bisweilen ein allzu direktes Beeinflussungs- (Optimierungs-etc) Muster durchschimmert – selbst bei all den nur indirekten Zielbestimmtheiten. Ist es denn wirklich so, dass, selbst wenn ich via Real-Time-Präsenz der gesamten System-Potentiale an nichtlinearer Dynamik diese zur Verfügung habe, ich sie wirklich jeweils optimal und zielführend ausnutzen und einsetzen kann – oder handelt es sich immer nur um eine Optimierung der Möglichkeiten – d.h. ohne weitere Verwendung/Optimierung dessen, was an jeweiligen Realisaten aus diesen Möglichkeits-/Katalysierungs-Feldern entstanden ist?

Was sind denn die “monitorisierbaren” “dynamischen Eigenschaften” des Therapiesystems – und wie verhält sich das zur prinzipiellen Unvorhersagbarkeit dynamisch nichtlinearer Prozesse? Und was bringt ganz konkret für “Indikationsentscheidungen” der von Schiepek betonte Unterschied von (1) nicht voraussagbar (nur begrenzt vorhersehbar), aber “beforschbar” und 2) “mathematisch modellierbar”?

Thomas

Verfasst von: philgrundsyst | 13. April 2011

Komplexität revisited

Hier ist ein wunderbarer Vortrag zu sehen, der den Begriffen Komplexität und Bifurkation ein neues Gesicht gibt. Ohne sie gäbe es uns schlicht nicht. Mit etwas Phantasie lässt sich auch ein Bogen zu den Archetypen und zum kollektiven Unbewussten schlagen: Die DNS mit ihrer Doppelhelixstruktur lässt sich ja als Archetyp verstehen und die langsame Veränderung des darin enthaltenen genetischen Codes ist auf die Rückkoppelung mit dem “kollektiven Unbewussten” zurückzuführen.

Bernhard

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